Montag, 23. April 2018

Letzter Tag der Reise

Kaum hatten wir die Tickets für den Expresszug zum Flughafen Narita gelöst, kam auch schon die SMS, dass mein Inlandsflug nach Osaka zwei Stunden nach hinten verschoben wurde. Bei der Gepäckabgabe fragte ich, wieso. Die Dame sagte, dass es einen „crew protest“ gegeben habe. Ich vermute eine Art Streik. Bei der Internetsuche nach Entschädigungsansprüchen in Japan, stellte ich fest, dass es mindestens drei Stunden werden müssen, damit man mich umbucht. Nun sitze ich also am Flughafen inmitten zahlloser Japaner. Ich glaube, der einzige Ausländer im ganzen Terminal zu sein. Immerhin habe ich nun Zeit, wieder am Blog zu schreiben. Ein paar Themen sind noch offen. Zum einen das Verbeugen. In Japan ist der Handschlag zur Begrüßung unüblich. Stattdessen verbeugt man sich. Es ist auch Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung. Im Zug verbeugt sich der Schaffner vor dem Betreten des Wagens beim Verlassen dreht er sich nochmal um und verbeugt sich ebenfalls. Das gleiche Spiel beobachtet man bei Seilbahnen, die nicht umlaufend sind. Der Stationswart verbeugt sich bei der Abfahrt. Am krassesten war eine Verabschiedung, an welcher wir im Shuttlebus zum Bahnhof in Hakone dabei waren. Quasi in der gesamten Hofeinfahrt und auch noch auf der Straße standen Concierge, Hausdame, Kellnerin vom Frühstücksraum, etc. und verbeugten sich vor den abreisenden Gästen. In Nara sahen wir Rehe, welche sich ebenfalls verbeugten, wenn man es Ihnen vormachte und danach etwas zu essen gab. Zum anderen ist noch das Thema Toilette zu vertiefen. Eine europäische Toilette gilt bereits als komfortabel, wenn der Toilettendeckel sich sanft absenkt. In Japan wäre das zu wenig. Es gab fast kein noch so verlassenes Dorf, in welchem nicht mindestens die Brille beheizt war. Zusätzlich gibt es dann noch eine Bidetfunktion mit warmem Wasserstrahl, einen Geräuschemacher, der die eigenen Geräusche überdeckt, etc.. Erstaunlich, dass dieser Trend nicht längst bei uns Einzug hielt. Nach der Landung in Osaka machte ich mich auf ins Hotel. Als ich es buchte, war es noch nicht einmal fertig gebaut. Es ist entsprechend modern und auch sehr günstig gelegen, nur eine Station vom Flughafen entfernt. Ich ging nochmal in die Stadt, um einzukaufen. Es kam mir vor, als hätten wir beim ersten Besuch das Ausgeh- und Einkaufsviertel Dontonbori gerade mal zu einem Viertel gesehen. So viele Läden und Restaurants – und Menschen. In einer Passage hörte ich lautes Geschrei wie aus einer Achterbahn. Das machte mich neugierig. Auf einmal sah ich eine Band namens Rainz und eine Horde kreischender Teenager davor. Später schaute ich mir die Einkaufstempel von Daimaru und Takashimaya an. Beide vergleichbar mit dem Berliner KaDeWe. Wen wundert es, wenn die Stadt ähnlich groß ist. Ein letztes Abendessen bei Kamakura und dann ging ich in den Supermarkt, um KitKat zu kaufen. Vor dem Schlafen ging ich noch in den Onsen und war beeindruckt zu sehen, wie viele den hier wahrnehmen. Jeder hat eine Dusche in seinem Zimmer. Dennoch ist der Onsen das Forum. Es tut auch gut, ins heiße Wasser zu steigen, weil man entspannt. Ich vergleiche es mit einem Salatblatt in Ramen-Nudelsuppe. Wenn man es hineinlegt wird es ganz weich und matschig. Morgens am Flughafen stand zu lesen, dass der Flieger zehn Minuten früher geht. Das soll mir recht sein, denn dann habe ich etwas mehr Zeit, um in Frankfurt in den Zug einzusteigen. Ein schöner Urlaub geht zu Ende. Und was kann ich festhalten? Eine Unsitte der Japaner ist der hemmungslose Verbrauch von Plastiktüten. Egal wo und was man kauft, es gibt eine Plastiktüte dazu, um die ohnehin bereits verpackte Ware nochmal in Plastik zu hüllen. Hier und auch bei der Gebäudedämmung wünscht man sich Fortschritte. Dafür fahren sie hier enorm viele Hybridfahrzeuge. Japan ist ein reiches Land. Das hatte ich so nicht erwartet. Es gibt eine reiche Kultur, aber auch reiche Menschen. In dieser Kombination machte es mir sehr viel Spaß, hier zu urlauben. Es ist übrigens nicht wahr, dass es hier unverhältnismäßig teuer ist. Sicher gibt es auch hochpreisige Angebote, allerdings ist das, was man als Urlauber so braucht in guter Qualität und Auswahl zu Preisen wie bei uns erhältlich. An dieser Stelle wieder ein Danke schön für Dein Interesse am Lesen des Blogs! Bis zur nächsten Reise.

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