Sonntag, 28. Juli 2019
Segeltörn an der toskanischen Festlandküste entlang
Platsch, da schwamm er im Hafenbecken. Kaum waren wir im Hafen Cala de Medici in der Toskana angekommen, bestaunten wir das Segelboot nicht nur von außen. Beim Beladen des Gepäcks kam es zu einem kleinen Unfall. Ein Crewmitglied stieß sich den Kopf am Sonnendach, als es die Gangway betrat. Das sorgte auf dem letzten Schritt für Trittunsicherheit mit der Folge, dass ein Mitarbeiter der Charterfirma mit einem beherzten Griff den Rucksack rausfischte und danach das Mitglied an der Leiter zum Steg emporstieg. Sehr routiniert griff der Hafenmitarbeiter zum Wasserschlauch und spülte die Person ab. Keiner von den anderen lachte, obwohl einer sich die Frage nach der Wassertemperatur nicht verkneifen konnte. Leider gibt es von dem „Vorfall“ keine Bilder.
Zur Vorgeschichte sei erwähnt, dass sich die bewährte Segelcrew aus 2014 und 2017 wieder zusammen setzte und vor gut zwei Monaten eine Yacht charterte. Das Revier war damals noch etwas vage. Zunächst dachten wir an Mallorca, was für eine Woche jedoch relativ groß ist. Nun sind wir im thyrrenischen Meer, also grob zwischen Korsika und dem italienischen Festland. Es dreht sich also alles um Elba, Capraia und Giglio. Die Anreise erfolgte über die Schweiz, die wir um kurz nach 6 Uhr morgens erreicht hatten. Ein erster Stopp wurde kurz hinter Zürich gemacht. Ich selbst dopte mich nach dem Aufstehen um 3:30 Uhr mit einem Espresso. Der hielt mich bis dorthin fit. Der suchte allerdings auch wieder den Weg nach draußen und so ging es in einer modernen Rastätte auf das WC. Zunächst stellte ich ernüchtert fest, dass man einen Franken oder einen Euro zum Betreten der Nasszellen brauchte. Den hatte ich nicht. Ein Aufkleber am Zugangsautomat verwies auf einen Geldwechselautomat an der Wand. Nun mit etwas Widerwillen schob ich einen Zehn Euroschein rein. Als guter Schwabe sorgte ich mich, dass die Hälfte für die Wechselgebühr drauf geht. Der Apparat schüttelte sich wie ein einarmiger Bandit und warf sage und schreibe zehn 1 Euro Münzen aus. Ich konnte es nicht fassen, dass es keine Schweizer Franken waren. Nach dem Austreten machten wir auch gleich einen Fahrerwechsel. Das Navi leitete uns auf der Landstraße elegant um die Blockabfertigung am San Bernardino Tunnel vorbei. Im 17 Kilometer langen Tunnel scherzten wir, dass wir uns wohl allmählich dem Erdmittelpunkt nähern würden, weil es über weite Strecken 38 Grad warm war. Wenn man kurz seine Hand zum Fenster raus hob, fühlte es sich an, als ob man in den Luftstrahl des Föhns fasste. Das Ganze gipfelte im Rekord mit 41 Grad.
Der zweite Fahrerwechsel fand kurz vor Mailand statt. Die Streckenzustände in Italien sind von überschaubarer Qualität. Vorgegebene Höchstgeschwindigkeiten von 90 km/h waren keine Seltenheit. Die Weiterfahrt war für mich ein wenig mit Furcht verbunden. Die Strecke zum Meer nach Carrara führte über zahlreiche Brücken und Stege und sie ist sehr kurvenreich. Furcht hatte ich deshalb, weil in Genua ein Stück Autobahnbrücke abbrach. Bei den Schwellen ist es nur eine Frage der Zeit bis sich so etwas an anderer Stelle wiederholt.
Nichtsdestotrotz waren wir gegen 15:30 Uhr in Pisa. Die Bootsübernahme war auf 18 Uhr terminiert, so dass wir uns den schiefen Turm einmal aus der Nähe betrachten wollten. Ein erstes Eis war dort ebenfalls drin.
Bis kurz nach der Bootsübernahme war uns das Wetter hold, schon dieses Wochenende soll es gewittern und kräftig regnen. Das trat dann auch so ein. Es gab Blitze von einer Größe und Schönheit wie man Sie nur am Meer sehen kann.
Mit der Folge, dass wir eine weitere Nacht im Hafen verbingen werden. Nicht das schlechteste, weil wir hier auch das Auto haben.
Ein bisschen war es wie Eulen nach Athen tragen, als wir zum Abendessen die in Deutschland gekauften Barilla-Produke zu bereiteten. Auf dem Hinweg fuhren wir schließlich an der Fabrik vorbei. Wir sind motiviert und fragen uns, ob wir auf der Rückkehr nach einem Werksverkauf dort schauen sollten…
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