Mittwoch, 11. April 2018

Der Ritt auf der Pistolenkugel

Anstatt mit dem Auto sind wir hier ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Das ist hier mehr üblich als in Deutschland. Aus den wenigen Tagen Erfahrung damit lässt sich bereits sagen, dass das japanische Verkehrswegenetz sehr gut und pünktlich funktioniert. Im Netz steht zu lesen, dass der Shinkansen eine durchschnittliche Verspätung von 2 4 Sekunden hat. Nur einmal war das bei einem Vorortzug nicht so… Es ist stets ein tolles Erlebnis mit dem Schnellzug Shinkansen zu fahren. Es ist vergleichbar mit dem ICE. Der Unterschied ist jedoch, dass wesentlich mehr Personal eingesetzt wird. Bereits am Bahnsteig erwartet jemand den einfahrenden Zug und koordiniert das Aus- und Einsteigen. Es gibt auf dem Boden Markierungen, welche den wartenden Fahrgästen aufzeigen, wo die Tür des Wagons sein wird und wie die Warteschlange zu formen ist bzw. wo Platz zum Aus- und Einsteigen gelassen wird. Im Wagon selbst sieht es wie im Bild zu sehen aus. Die Sitze sind immer in Fahrtrichtung gedreht. Das liegt daran, dass sie vor der Fahrtrichtungsumkehr von Reinigungstrupps gedreht werden. Ein weiter Vorteil ist, dass durch die Drehfunktion der Sitzgestelle ein sehr attraktiver Sitzabstand entsteht. Während der Fahrt läuft in regelmäßigen Zeitabständen eine Verkäuferin durch, die unaufdringlich Snacks und Trinken anbietet. In manchen Wagons gibt es eine Telefonzelle und eine gleich große Raucherkabine. Der Zug beschleunigt im Bedarfsfall in zwei Minuten auf seine Höchstgeschwindigkeit von 285 km/h. Laut einer GPS-Messung waren wir auch mal mit 300 km/h unterwegs. Tatsächlich fahren die Züge extrem langsam an und ab ca. 35 km/h beschleunigt der Zug gefühlt wie ein Auto. Die Frequenz auf den Hauptstrecken ist sehr hoch. Die Züge der sog. Nozomi-Kategorie dürfen wir mit unserer Dauerfahrkarte leider nicht nutzen. Dennoch bleibt die Auswahl groß genug. Jeder der Züge hat eine angenehme Kurzmelodie, welche vor einer Durchsage, regelmäßig vor dem nächsten Halt erklingt, damit man sanft aufmerksam wird. Kurzum der Spitzname Bullettrain trifft zu.

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