Freitag, 24. Februar 2017
Picton und die Überfahrt
Der Tag in Picton verging trotz drei Stunden Wartens auf die Fähre recht schnell. Am Abend zuvor übernachteten wir im Hostel Alicanté (mit Apostroph). Der Eigentümer betreibt es seit sechs Monaten und es ist spürbar, dass er das nicht von der Pike auf machte. Er erzählte uns, dass er früher eine Sandgrube betrieben hat. Das hat er bestimmt erfolgreicher getan, sonst wäre er nicht von der Arbeit knallbraun und extrem faltig. Seine Frau war ähnlich alt (über 60) und extrem aufgetakelt. Für Wellington haben wir uns mehr Komfort gegönnt im Gilmer Apartmenthotel.
Wir gaben unser Auto ab. Auf der Nordinsel bekommt man ein neues. Wegen des Kratzers füllten wir ein Formular aus. Ich bin gespannt, was passiert. Damals in den USA wollte keiner etwas von mir. Das Gepäck wurde am Fährterminal extra eingecheckt, so dass wir nur noch über die Rampe laufen mussten und an den vielen LKWs mit Baukränen, Baumfällmaschinen, Campervans und weiteren PKWs vorbei auf das Deck lief. Die wirtschaftliche Bedeutung der Verbindung wird einem dadurch bewusst.
Nach rund einer Stunde Fahrt sind die Fjorde verlassen und man befährt die Cook Street nach Wellington.


Wir hatten beim Ablegen 45 Minuten Verspätung. Der Seegang nimmt dann etwas zu. Der Wind auch, weshalb die Fahrgäste sich reinsetzen und die Plätze innen knapp werden. Wir freuten uns sehr darüber, dass ein neuseeländisches Ehepaar und die letzten drei Plätze an ihrem Tisch anboten. Sie machte ein Puzzle und er las ein Buch. Wir kamen ins Gespräch über Reisen. Sie fragte, wohin die nächste Reise gehen würde, wobei ich sagte, dass ich das jetzt noch nicht wisse. Sie ist Kreuzfahrtfan - er nicht, weshalb sie mit Ihrer Schwester losziehen wird. Sie besuchten mit ihrem Camper seinen achtzig jährigen Vater und fahren jetzt wieder nach Hause. Wieder hört man überall denglisch. Am Nachbartisch erklärte einer, was die Porta Nigra ist und wir erklärten natürlich, wo Stuttgart ist. Ihre Großeltern sind aus Brettach. Die Welt auf so einer Fähre wächst ein Stück zusammen.
Jetzt sind wir schon elf Tage hier und es war nicht ein Tag lang schlechtes Wetter. Naja gut, bei den Pancake rocks war es bewölkt.
Hoffentlich bleibt es auf der Nordinsel genauso. Der ältere Herr am Tisch bemerkte, dass wir jetzt erst in den Sommer hineinkämen. Er hätte weitere gute Nachrichten: Der Sprit ist im Norden billiger und allgemein das Leben auch. Sie empfahl uns nach Rotorua zu gehen, was wir ohnehin vor hatten. Sie sagte, dass man allein dort eine Woche verbringen könne.
Jetzt noch die „schlechte“ Nachricht. Weil wir mit Verspätung in Wellington ankamen, mussten wir eilig zum Mietwagenschalter. Als wir nach 20 Minuten Gehzeit da waren, hatten die bereits zu. Den Weg zurück konnten wir freundlicherweise mit einem Mitarbeiter von Avis zurücklegen. Ich meinte zu ihm, dass man bei Avis eindeutig mehr Service bekomme. Immerhin sparen wir uns die Parkgebühr für heute Nacht. Allerdings wird diese morgen von den Kosten für die erneute Fahrt aufgefressen.
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