Sonntag, 19. Februar 2017
Der Routeburn Track
Es ist einer der Great Walks in Neuseeland. Also mehrtägige Wanderungen, die das Übernachten auf Hütten erforderlich machen. Von den ca. 14 Tausend Wanderern pro Jahr laufen 1000 die Strecke an einem Tag. Wir übernachteten zwei Mal, so wie es empfohlen wird. Einmal auf der Lake McKenzie Hutt und das andere Mal auf der Routeburn flats Hutt. Es ist ein spartanisches Leben. Kein Internet, kein Handyempfang. Das einzige, was man gestellt bekommt, ist eine Matratze im Mehrbettschlafraum, kaltes Trinkwasser, Gaskocher und ein Klo. Es ist erstaunlich warm heute und die Sonne brät uns, sobald wir den Schutz der ultramoosigen und farnübersähten Wälder verlassen. Wir haben gut eingekauft, jeder für 2,5 Tage. Das spürt man bei jedem Schritt des Aufstiegs im Rucksack. Insgesamt sind es nur 32 Kilometer, aber selbst in 2,5 Tagen strengt dieser Track an. Wir parkten den Wagen auf dem Parkplatz des Zugangs „the divide“. Tagsdavor hatten wir einen Schlüsselsafe abgeholt, damit jemand von einer car relocation-Gesellschaft das Auto ans Ziel fährt. Wozu der Aufwand? Das kostet schließlich nicht zu knapp. Nun, wenn wir den Wagen stehen gelassen hätten und mit dem Bus vom Ziel, Queenstown, zurück zum Parkplatz fahren würden, vergingen sechs Stunden und dann müssten wir vom Parkplatz 325 Kilometer nach Queenstown zurück fahren. Damit wäre ein ganzer Tag Urlaub dahin. Also zahlen und gut, aber nein doch nicht. Erst einmal mussten wir die keyless-go-Funktion des Wagens deaktivieren, sonst hätte der Schlüssel im Safe unter dem Auto das sofortige Öffnen und Starten zugelassen.
Nach dem ersten Verlassen der Baumgrenze kann man einen Umweg zum Key Summit machen. Der lohnt sich, weil man von dort oben einen tollen Blick auf den Lake Marin hat.
Der Abstieg zur geplanten Route ist steil und mein Körper war schwach. Ich geriet ins Straucheln lief nur noch in angewinkelten Knien und dann legte es mich frontal auf die Fresse. Außer einem Loch in der Hose und einer kleinen Schramme am Handrücken ist aber nichts passiert. Die nahe gelegene Howden Hutt nutzte ich, um mich sauber zu machen. Dort machten wir auch die erste Rast mit Blick auf den Howden-See.
Leider war der weitere Aufstieg bis auf zwei Highlights wieder sehr waldig und steil. Die 174 Meter hohen earfalls luden manche zum Baden ein.
Wir pausierten dort nur. Später läuft man an einer schönen Wiese namens Orchards vorbei. Es ist eine Abrutschstelle, an welcher bei Starkregen der ganze Hang abrutschte samt der Bewaldung. Nun wächst dort wieder was.
Das war sehr nah an der ersten Nächtigungsstätte, der Lake McKenzie Hutt.
Auf dem Weg dorthin waren doch einige Leute unterwegs. Es ist nun erklärlich, warum bereits vor gut drei Monaten die meisten Hüttenplätze ausgebucht waren.
Zelten ist nicht unser Ding und es hätte wieder mehr Gepäck bedeutet. Jetzt verstehe ich werdende oder gewordene Mütter besser, was Gewicht bedeutet.
Bis in den Abend schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel in einer Gegend mit 200 Regentagen im Jahr, weshalb wir direkt am See vesperten.
Direkt nach der Ankunft badeten wir unsere Füße darin. Das Wasser war eiskalt. Es war also mehr ein Kneippbad. Für alle Herr der Ringe Fans sei angemerkt, dass wir leider den Ring vergessen haben, aber die Szenen in Mordor wurden auf der Nordinsel gedreht. Später am Abend erzählte der Ranger auf humoristische Art und Weise, welche Tiere hier leben und wie die Berge heißen, welche teilweise erst 1910 erstbestiegen wurden.
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