Mittwoch, 26. Juli 2023

Der Rückflug

Die Verkettung unglücklicher Umstände fing gar nicht so schlecht an. Wir bestellten für sechs Euro eine Fahrt zum Flughafen. Unser Fahrer war Jose mit seinem Opel Mokka-E. Ein gutes Auto in der Stadt wie er meint, aber „forget it“ auf der Langstrecke. Er habe mal eine Fahrt gemacht, die er mit einem normalen Auto in fünf Stunden bewältigt hätte. Mit dem Mokka hat er elf gebraucht. Ein Glück, dass wir nur Kurzstrecke unterwegs waren. Zum Batterie sparen war jedoch die Lüftung aus… morgens war es noch kühl. Pünktlich angekommen standen wir in der Schlange vor den noch nicht geöffneten check-in Schaltern. Eine Viertel Stunde später ging es dann los. Wir standen in der Zick-Zack-Schlange. Links und rechts davon waren Gänge, die dazu gedacht waren, vom Schalter weg zu laufen. Das hatte eine souveräne Bodenmitarbeiterin vor der Öffnung den darin Wartenden auch so gesagt. Doch bewegte sich nicht einmal die Hälfte davon an das Ende der Hauptschlange. Insbesondere ein Herr war sehr penetrant und rief „priority“. Es gab aber einen solchen Schalter nicht. Deshalb zofften sich die Beiden längere Zeit, bis der „priority“-Mensch sich doch noch hintenanstellte. Nach dem Boarding lief es dann für alle nicht mehr so glücklich. Der Purser teilte durch das Mikrofon mit „boarding completed“ und da kam auch schon die Durchsage des Kapitäns, dass der Flieger zwanzig Minuten warten muss, weil der Luftraum über Lissabon überfüllt war. Kurz vor Ablauf der ersten zwanzig Minuten fühlte man ein Rucken im Flugzeug. War das etwa das Zürücksetzen zum Start. Nein! Es war der Schlepper, der bei uns losmachte und für ein anderes Flugzeug eingesetzt wurde. Nur blöd, dass in dem Moment die Freigabe kam, so der Kapitän in seiner zweiten Durchsage. Wir mussten nochmal zwanzig Minuten warten. Das war unangenehm, weil der Sitzabstand in der Maschine sehr eng war. Insgesamt starteten wir mit einer Stunde Verspätung, wovon die Hälfte wieder eingeflogen wurde. Beim Landeanflug sagte die mitreisende Person, dass dort die Burg Lichtenstein sei. Ich erkannte es dann auch. Wenig später kam Reutlingen, dann der Hohenneuffen und die Teck und das Herz sprang höher als plötzlich das zu Hause zu sehen war. Ein schöner Moment. In Stuttgart angekommen verabschiedeten wir uns. Ich bin ausgesprochen dankbar dafür, dass die mitreisende Person so souverän die Logistik plante. Und sowieso dafür, dass einfach alles gut geklappt hat. Der Weg vom Flughafen zurück war leider nicht so gelungen. Ich sollte drei Buslinien nehmen. Doch schon der erste Anschluss klappte nicht, so dass ich in eine S-Bahn einsteigen musste und an einem Verbindungsort umstieg. Als ob man meine Verzweiflung spürte, bekam ich einen Anruf. Es würde doch regnen, ob man mich nicht abholen solle. Wie wohltuend das war, kann man erahnen. Doch auch der letzte Zug verspätete sich, obwohl ich die Ankunftszeit schon aufgerundet hatte. Unmittelbar vor dem Bahnhof hielt er an, damit ein Güterzug passieren konnte. Dann fuhr er noch auf einem anderen Gleis ein und ich war einfach froh, in besten Händen angekommen zu sein. Was halten wir fest: Grundsätzlich ist Portugal ein günstiges Urlaubsland. Allerdings muss man die Angebote prüfen. Die erste Kugel Eis kostet meist drei Euro oder mehr. Bei zwei sind es nur noch 4,20 Euro. Das geht schon mehr in unsere Richtung. Bolt ist ein tolles Transportmittel. Was es mit dem Taxigewerbe macht, wird man sehen müssen. Es so ein bisschen wie der Wegfall des Postmonopols.

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