Donnerstag, 21. Juli 2022

Der Hitze entfliehen - Irland 2022

Für gewöhnlich suche ich im Sommer schon warme Gefilde mit Sonnenschein aus. Dieses Mal wird es jedoch eher kühl. Es geht nach Irland. Heiß und kalt wurde einem jedoch schon bei der Suche nach Fortbewegungsmitteln. Es begann nach der Flugbuchung mit dem Mietwagen. Es ist Hauptsaison. Somit darf man nicht mit Schnäppchen rechnen. Allerdings waren die aufgerufenen Preise für eine Mietwagenabholung am Flughafen Dublin astronomisch. Für eine Woche 1500 Euro, um einen schnuckeligen Kleinwagen zu mieten. In Dublin selbst 1200 Euro. Das steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Vermutlich wäre die Rundreise über die südliche Insel dann auch mit einem Taxi möglich. Mit mir reist noch eine weitere Person. Kurzerhand teilten wir uns auf. Eine Person suchte alternative Miet-Standorte aus und ich alternative Fortbewegungsmittel. Ich fand heraus, dass man einen Transporter mieten kann. Eine Woche für 415 Euro. Drei Sitzplätze, Klimaanlage. Wir überlegten sogar, im Laderaum zu übernachten; Matratzen rein und gut.
Tatsächlich haben wir nun doch einen Hyundai i10 für knapp 600 Euro bekommen. Dafür müssen wir jedoch eine halbe Stunde aus Dublin herausfahren mit dem Bus. Der Vorteil ist, dass nun die Mietwagenvollkasko über die Kreditkarte greift. Das war beim Transporter nicht der Fall. Auch seien die Straßen im Bereich des Ring of Kerry eher eng. Kaum hatten wir das Problem mit dem Mietwagen gelöst, kündigte sich neues Unheil an. Der Rückflug wurde vorverlegt. Von 17:25 Uhr auf 12:25 Uhr. Es kam einfach eine Mail, dass man das annehmen könne oder nicht. Ich versuchte, die Hotline der Lufthansa zu erreichen, chattete mit dem Chatbot und selten mit Menschen. Ich glaube, ich habe locker fünf oder sechs Stunden in der Warteschlange am Telefon verbracht, um zu erfahren, dass man im Prinzip ausgeliefert ist. Hatte man sich mit dem verlorenen halben Tag in Dublin vor dem Rückflug angefreundet, so kam die Lufthansa nun auf die Idee, noch eine weitere Umbuchung vorzunehmen. Nun sollte der Abflug um 5:55 von Dublin aus gehen. D.h. abends ins Pub und morgens um drei ins Taxi zum Flughafen fallen. Es ist eine Dreistigkeit ohne Gleichen. Wenige Tage später kam die hoffentlich letzte Umbuchung. Es ist eine Umsteigeflug: Dublin- Frankfurt- Stuttgart. Sinnvollerweise wurden wir nun von Frankfurt nach Stuttgart auf einen ICE umgebucht. Endlich wieder ein Anflug von Vernunft. Interessanterweise wird der 17:25 Uhr Flug noch immer angeboten. Wenn man auf den allerdings umbuchen will, kostet das schlappe 800 Euro Aufpreis pro Person. Interessant war in jedem Fall der Hinflug. Von Stuttgart über Zürich nach Dublin. Wir haben in Zürich 45 Minuten Zeit zum Umsteigen. Das kam mir etwas sportlich vor. Aber die Swiss arbeitet ja pünktlich und zuverlässig. Ein super Teamwork hat die Crew da präsentiert. Selbst in der eco gibt es Wasser zu trinken und ein Stück Schokolade. Und stets ein professionelles und doch ernst gemeintes Lächeln. Man veruscht sich als Premium darzustellen und es gelingt. So stellte sich bei der Durchsage der Purser als maite de cabin vor, etc.. Wirklich tolle moderne Maschinen. Die Anreise verlief reibungslos bis auf der Bustransfer zur Mietwagenstation in Naas. Zwar stand ein Bus der Gesellschaft dot, allerdings leuchtete "out of service" auf. Es war auch kein Fahrer zu sehen. Ungefähr eine halbe Stunde später kam ein weiterer Bus und dort durften wir einsteigen. Der andere hatte eine Panne, ein Reparaturwagen kam zu Hilfe. Es war ganz hilfreich, ein paar Kilometer auf der linken Fahrbahn chauffiert zu werden. Eine Eingewöhnung an die kommenden Tage. Das Ziel unserer Fahrt war Kilkenny. Ein hübsches Städtchen, gerade recht für einen Tagestrip. Die Burg sieht man schon von weitem
Es schließt sich ein Park an, in dem ein umgekippter Teich steht. Es leben darin viele Enten und die Hitze der letzten Tage hat ihr Übriges getan. Heute hatte es nur noch 20 Grad. Zum Abendessen kehrten wir im Pub "Matt the Millers" ein.
Gutes, fettiges Essen, viele Biersorten und beste live Musik. Traditionell irisch. Lediglich die Bedienung hatte uns ungewollt abgezockt, weil sie die Getränke, welche wir während der Wartezeit auf einen Tisch an der bar zu uns nahmen, nochmal auf der Tischrechnung aufführte. Die hatten wir jedoch vorab schon bezahlt. Mir fiel es nicht auf, zum Glück aber der mitreisenden Person. Ansonsten kam gelegentlich die Atmospähre eines bayerischen Wirtsauses auf, weil am Nebentisch ein Bayer lautstark seine Herkunft verkündete. Generell hört man auf der Insel viele Menschen deutsch sprechen. Der Einreisebeamte erzählte mir von seiner Tochter in Düsseldorf. Zuvor fragte er, aus welchem Teil Deutschlands ich komme. Wmöglich sind das auch nur Fragen zur Überpüfung der Echtheit der persönlichen Angaben.

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