Sonntag, 24. Juli 2022
Der ring of Kerry
Nachdem das Wetter heute alles andere als gut vorhergesagt war, entschieden wir uns die geplante Nationalparkwanderung ausfallen zu lassen und statt dessen den ring of Kerry entlang zu fahren. Das ist eine der landschaftlich reizvollsten Gegenden Irlands. Leider konnten wir nur wenig davon sehen, weil das Wetter eben war, wie vorhergesagt. Erst gegen Ende des Tages hörte der Regen auf. Wobei, was heißt eigentlich Regen. Das Phänmen, das wir erleben durften, gleicht mehr einem sehr feinen permanenten Sprühnebel, der in Schwaden durch den Wind gewirbelt wird. Auf diese Weise erreicht er alle Seiten der Kleidung. D.h. in kürzester Zeit trieft alles.
Auf der Tour hielten wir zunächst an einem Wasserfall.
Die Treppe nach oben sieht so aus, als würde sie zu einem weiter oben gelegenen Wasserfall führen. Tatsächlich beginnt mit ihr ein Rundweg vom Wasserfall weg. Das fanden wir allerdings erst heraus, als wir oben angekommen waren.
Die Straßen sind sehr schmal und manchmal in schlechtem Zustand. Hinter den zahllosen Kurven trifft man meist unverhofft auf Radfahrer, die einen zu einer harten Bremsung herausfordern, wenn Gegenverkehr kommt.
Wir befuhren den ring im Uhrzeigersinn. D.h. aus den Bergen kommen wir nach und nach an der Atlantikküste vorbei. Oben war keine Sicht, es war wie in einer Wolke. Zum Glück verrging dann auch allmählich der Regen. Es gibt dort zwei super schöne Forts, die ca. tausend Jahre alt sind und wohlhabenden Landeignern als Schutzort für alles mögliche dienten. Die Bauart ist simpel und doch sehr beeindruckend. Jeder Stein trägt die Last des anderen darüber liegenden.
Fast möchte man sagen, dass es ein magischer Energieort ist. Auf dem Weg dorthin muss man durch Wiesen, auf denen Schafe gehalten werrden und natürlich hinterlassen die auch Kacke. Man muss schon ein bisschen schauen, wo man hintritt.
Daniel o'Connell, ein berühmter irischer Politiker, der die Gleichbehandlung von Katholiken und Protestanten per Gesetz erreichte, hatte dort seinen Sommersitz. Das Haus ist mehr als 170 Jahre alt. Trotzdem war unglaublich spannend wie modern sein Denken und die Räume waren. Er war sehr gut eurpäisch vernetzt und seine Zeit gipfelte, als man ihn 1844 mit einem Prunkwagen durch Dublin zog.
Das Teil sieht aus als hätte es Costolani persönlich designt. Generell ist deutlich feststellbar, dass Irland ein sehr christliches Land ist, was mir bis dato überhaupt nicht bewusst war.
Die letzte Station war ein langer Strandabschnitt vor einer wundervollen Bergkulisse. Es blies odentlich der Wind. Erstaunlicherweise waren fast alle zehn Meter Kompassquallen angeschwemmt worden. An Europas Stränden herrschen derzeit Quallenplagen. Insbesondere im Mittelmeer. Der Strandparkplatz bestand aus großen Steinen. Hier mal ein Bild vom Hyundai i10.
Nach dem Einkauf in einer Aldi-Filiale (Lidl gibt es hier auch) fuhren wir zum Toc-Hotel, wo wir die Nacht verbrachten. Beim check-in bekamen wir gleich Pluspunkte, weil bei einer mitreisenden Person als Wohnort Stuttgart im Ausweis steht. Der Portier meinte: hey, you remember Stuttgart '88? Wir wussten nicht, was er damit meinte. Jedoch erklärte er, dass im Jahr 1988 die irische Fußballnationalmannschaft die Briten in Stuttgart besiegte. Er fügte hinzu: those were the better years.
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