Sonntag, 24. Juli 2022

Limerick

Eine geschichtsträchtige Stadt wie oft in Irland ist Limerick. Hätte man mir vor einiger Zeit den Begriff Limerick an den Kopf geworfen, hätte ich an eine Versform gedacht. Ein Limerick ist ein Gedicht, in welchem sich die Verse 1,2 und 5 aufeinander reimen und die Verse 3 und 4. Der Rainer in den Urlaub verschwand, mit dem Flieger ins schöne Irland, dieses Mal ohne Segel, dafür stand er im Nebel, und sah vor Augen nicht seine Hand. Am Morgen starteten wir in Kilarney, wo ich noch die Distilling Company anschauen wollte. Deren neues Domizil ist fast fertig gebaut, wie wir jetzt feststellen durften. Leider war es noch nicht geöffnet. Ich bin überzeugt, dass es den Tourismus in der Gegend beflügeln wird. Auf der ca. 100 Kilometer langen Strecke nach regnete es natürlich. Als wir ankamen besserte sich das Wetter zusehends. Zum Mittagessen gingen wir auf den milk market. Anschließend besichtigten wir besichtigten das Johns Castle.
Alles in allem war es ein fauler, aber erfolgreicherr Sonntag. Faul, weil wir nicht viel besichtigten, dafür aber viel aßen. Erfolgreich, weil uns die Lufthansa kostenlos auf einen zeitlich günstiger gelegenen Flug umbuchte. Gott sei Dank! Ansonsten hätten wir in Dublin um drei Uhr nachts aufstehen müssen. Sehr lustig war der Aufenthalt im Glen Pub. Leicht angetrunken saßen sich mit etwas Abstand zwei Frauen und ein Herr in unsere Nähe. Sie suchten alsbald das Gespäch mit uns, das wir offensichtlich gut führten. Als der Herr aus Limerick sah, dass unsere Getränke zur Neige gingen, lud er uns auf zwei Pint Cider ein. Wir mussten viel lachen, obwohl der Redebeitrag doch sehr einseitig zu Gunsten der Gruppe aus Limerick verteilt war. Eine Frau empfahl uns den Besuch der Aran Inseln vor den Cliffs of Moher. Das wird zeitlich leider nicht reichen. Wir redeten zwei Stunden über Gott und die Welt. Für mich war das ein Stück Einführung in die Pubkultur. Ansonsten kann ich nur ein paar Besonderheiten über das Autofahren berichten. Allzu häufig greife ich beim Einsteigen auf die falsche Seite, um mich anzuschnallen. Der 1-Liter Motor des Hyundais kommt mit einer Gallone Sprit knapp 62 Meilen weit. Das sind knapp vier Liter auf 100 Kilometer. Dafür ist der Wagen ohne Ende laut. Es gibt quasi keine Dämmung an den Radhäusern. In einem Land, in dem die Straßen von rustikaler Oberflächenqualität sind, dringt es sehr deutlich in die Kabine durch. Der Wagen hat tolle Besonderheiten und zugleich essenzielle Ausstattungsmängel. Ein Spurhalteassisstent mit aktiven Lenkeingriffen beeindruckt genauso wie die Bluetoothanbindung. Es fehlt allerdings die Hoch-/Tieflaufsteuerung für die Fensterheber und eine Klimaanlage. Letztere braucht man hier weniger wegen der Hitze, aber wegen der beschlagenen Scheiben bei Regen. Auch eine Funkfernbedienung fehlt. Es gibt einen simplen Schlüssel und nur ein Schloß dazu. Man merkt ganz schnell wie verwöhnt man zwischenzeitlich ist.

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