Montag, 28. März 2022

Skifahren 2022

Vermutlich war es mal wieder der schwäbische Geiz, der mich dazu brachte, einen Gutschein für das A und O Hostel in Salzburg zu kaufen. In der Pandemie fiel mir nichts besseres ein. Von daher musste ich mich letztes Jahr noch entscheiden, für welchen Zweck ich den Gutschein einlösen sollte. Es gibt immerhin 36 Standorte zur Auswahl. Anstatt lange darauf zu warten, entschied ich mich am Dreikönigswochenende für Salzburg als Tor zu den Alpen. Der Plan war ausgetüftelt und die Reise begann am Donnerstagmorgen, so dass ich die Hinfahrt über Zell am See nahm. Die Schmittenhöhe ist bei gutem Wetter bestimmt sehenswert, aber da war es noch nicht schön. Oben angekommen pfiff der Wind bei minus fünf Grad mit 50 km/h horizontal gegen die Wange. Das schmerzte regelrecht. Es war daher von Vorteil, dass man in der Gondel eine Maske tragen musste. Das ewige Auf- und Absetzen nervte jedoch gewaltig. Nachdem das letzte Mal Ski fahren zwei Jahre zurücklag, entwickelte ich am Schienbein Druckstellen. Das hinderte mich nicht daran, am Freitag von Salzburg nach Bad Hofgastein zu fahren. Ein Ort an dem ich als junger Mensch einige Male Winterurlaub machen durfte. Das Gasteinertal hat sich sehr gut entwickelt.
Zwanzig Jahre später ist dort so viel erneuert worden, dass es großen Spaß macht, die Liftanlagen zu nutzen – trotz Maske. Was ich nicht Bedacht hatte ist, dass zwar die Buchungszahlen wegen Covid niedrig waren, aber die Einheimischen an einem verlängerten Wochenende ebenfalls gerne in die Berge fahren. Von daher waren alle Einrichtungen, Hütten, etc. stark frequentiert. Mein sportlicher Ehrgeiz führte dazu, dass die Druckstellen am Schienbein stärker wurden. In der Folge entschied ich mich gegen einen dritten Tag Skifahren. Anstelle davon wollte ich zum Königsee. Das war eine geradezu ideale Ergänzung für einen langsam startenden Shoppingsamstag. Shopping deshalb, weil es immer noch Produkte in Österreich gibt, die ich hier nicht kaufen kann. Auf dem Weg nach Berchtesgaden fuhr ich von der Österreichischen Autobahn runter. In der Ausfahrt stand ein Polizeibus und ich wurde angehalten. Der Polizist wollte nicht viel. Er fragte, wo meine Vignette sei. Ich sagte, dass ich eine digitale gekauft hätte und deshalb kein Pickerl an der Scheibe klebt. Er glaubte mir aufs Wort und ließ mich weiterfahren. So war es auch. Der Kauf beim ADAC ist super bequem und die Berechtigung sofort freigeschaltet. Auf der Rückfahrt machte ich Halt beim Königsee. Vom Malerwinkel kann man den See ganz gut einsehen.
Es fehlte mir die Zeit für eine Fahrt mit dem Boot nach St. Bartholomä. Dieser hätte den Eindruck der Schönheit der Landschaft erst vervollständigt. Nach diesem Skiausflug kaufte ich wieder einen Hotelgutschein. Jetzt sogar höherpreisiger. Nur leider war ich dieses Mal einem Betrüger aufgesessen. Dieser kaufte zahlreiche Buchungscodes für eine Hotelkette und bezahlte sie nicht. Kurzum hatte die Hotelkette die Codes annuliert und ich Seggl kaufte einen davon. Die Polizei ermittelt noch. Es entmutigte mich nicht. Die Übernachtung in Salzburg war gut, das Frühstück geradezu über den Erwartungen liegend. Auch die Modernität des Zimmers beeindruckte mich nachhaltig. So nachhaltig, dass ich vergangenes Wochenende wieder dorthin fuhr. Wieder mit einem Gutschein – allerdings für ein Mehrbettzimmer. Die Vorhersage lautete auf Kaiserwetter, das dann auch so eintrat. War es im Januar eher zu kalt, so war es dieses Mal zu warm. Kaum mehr Schnee auf den Tannen wie die Vergleichsbilder zeigen.
Mein Wunsch, nochmal in Bad Hofgastein auf der Schlossalm zu fahren war stark. Beinahe hätte ich mich für das Pistenfieber bei Antenne 1 angemeldet. Es war mir jedoch zu anstrengend sehr früh aufzustehen, um dann fünf Stunden Maske tragend im Bus zu sitzen. Und zurück gleich nochmal. Anreise war am Freitag, so dass ich dieses Mal tatsächlich etwas Zeit fand, die Altstadt anzusehen. Wirklich schön dort. Der Frühling hielt Einzug. Die Magnolien vor Mozarts Wohnhaus öffneten leicht ihre Blüten. Der Mirabellpark war ebenfalls schon angepflanzt. Auf dem Weg zurück sah ich einen Menschen, der aussah wie Roland Trettl, der Fernsehkoch. Ich suchte im Internet nach ihm und er muss es gewesen sein, weil er in Salzburg wohnt und wenige Meter später von einer Passantin merkwürdig aufgehalten wurde. Beim Bezug des Zimmers war niemand anwesend. Das änderte sich gegen zehn Uhr. Dann kam ein österreichisches Pärchen vom Ausflug zurück. Wenige Minuten später trafen zwei Freundinnen ein, die zum Snowboarden herkamen und eigentlich bei ihrer Freundin übernachten wollten. Die ist allerdings Corona positiv, so dass sie sich spontan für eine günstige Unterkunft entschieden. Ich fragte, wo sie boarden wollen. Sie meinten in Werfenweng. Das kannte ich nicht, aber auf dem Weg ins Gasteiner Tal sah ich das Ausfahrtsschild. Bestimmt auch einen Besuch wert. Für Samstag war die Dorfkappele auf einer der Hütten angekündigt. Punkt zwölf begannen sie mit Blasmusik und leichter Unterhaltung.
Die Stimmung auf der Terrasse war super. Nach einer Stunde brach ich in der Pause auf, schließlich wollte ich Skifahren. Überall sieht man noch den Saharastaub auf dem Schnee, sofern es noch genügend echten Schnee gab…
Am Nachmittag ließ allgemein die Disziplin zum Maske tragen nach. Am nächsten Tag in Kitzbühel war das noch viel ausgeprägter. Man konnte anhand der Maske bestimmen, wer Gast oder Einheimischer ist. Ich meine mit dem Aufheben der Maskenpflicht hatten sich die Österreicher selbst keinen Gefallen getan, als sie danach wieder eingeführt wurde. Die Disziplin in der Bevölkerung leidet sehr. Ein Glück hatte ich den Newsletter von Kitzski noch nicht abbestellt, denn unmittelbar vor der Anreise wurde der Krone-Skitag beworben. D.h. wer den Coupon aus der Kronenzeitung an der Kasse vorzeigte, bekam das Ticket zum halben Preis. Als Schwabe war es mir dann unmöglich, am Sonntag nochmal zum vollen Preis nach Bad Hofgastein zu fahren. Schließlich verkürzte es auch die Heimfahrt. In Österreich gibt es an Bushaltestellen oder anderen frequentierten Orten Plastikschuber mit Zeitungen. Oben angebracht ist ein Münzfach zum Bezahlen – so kam ich an den Coupon. Ich konnte an diesem zweiten Skitag spüren, wie meine Fitness zunahm. An einem dritten Tag wäre ich wahrscheinlich richtig gut geworden. Die Kitzbüheler Alpen sind wesentlich niedriger und dennoch versprühen sie einen ganz besonderen Reiz. Dadurch ist es natürlich auch ein, zwei Grad wärmer, was dazu führte, dass es ein paar wenige Verrückte gab, die nur in Lederhose und T-Shirt bekleidet fuhren. Bei mir führte die Temperatur immerhin dazu, dass ich die Skijacke bis zur Hälfte öffnete und die Handschuhe auszog.

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