Montag, 20. April 2015

low cost carrier oder von den Reichen kann man das Sparen lernen

Ein wahrer Satz. Der Milliardär Branson, dem Virgin Australia gehört, bietet innovative Ideen im Luftverkehr, auf die man vorbereitet sein muss. In den sechs Stunden Flug nach Phuket hatte ich kein Inflightentertainment, weil es ein solches nur noch per Wifi gibt. D.h. wer das nicht weiß, dass man zuerst eine App auf sein mobiles Endgerät laden muss, kann aufs Meer blicken und warten, bis es was zu essen gibt. Genial, weil keine teuren Sitze installiert werden müssen, keine Kabel gezogen werden, keine Kopfhörer transportiert werden müssen, etc. Die Endgeräte müssen mit dem eigenen Akku betrieben werden, weil auch Steckdosen fehlen. Das hätte mein Akku sowieso keine sechs Stunden durchgemacht. Letztlich spart man sich aber auch die Energie für die Bildschirme. Ich bin gespannt, welche Airline das als nächste kopiert. Im Prinzip stimmt das Konzept. Die Boeing 737-800 ist gut gepflegt, aber laut wie eine Kreissäge. Zum Glück hatte ich eine Sitzreihe für mich allein, so konnte ich mein Nackenkissen als Kopfkissen verwenden und mit angewinkelten Beinen etwas Schlaf bekommen, obwohl ich den beim ersten Teilstück noch nicht nötig hatte. Der Flieger war nur halb voll. Im Wesentlichen flogen urlaubende Australier mit. Insgesamt war der Service gut und die FlugbegleiterInnen mussten einmal mehr die Rettungsweste zur Sicherheitseinweisung anziehen. Perth aus der Luft betrachtet. Thailand beim Landeanflug. In Thailand gelandet erwartet einen nach dem Ausstieg über eine wackelige Treppe ein Bus mit sofaartiger Clubbestuhlung. Die Luft ist spürbar feucht und heiß. Zum Glück ist hier alles klimatisiert. Nach der Einwanderung folgte das erneute Einchecken und Auswandern (wieder zwei Stempel im Pass). Gut, dass hier neu gebaut wird. Der Flughafen sieht aus wie aus den späten 60ern. Viel Pflege hat er wohl nicht erfahren. Einige Deutsche checken vor mir ein, insbesondere Rentner. Einer davon hatte im Wartebereich einen Kreislaufkolaps. Bei dem krassen Klima nicht weiter verwunderlich. Wieder bin ich positiv von der Etihad-Crew angetan. Jung, engagiert und freundlich begleiten sie den Flug, welchen ich in der letzten Reihe verbringen darf. In der Mitte gab es drei Plätze. Glücklicherweise blieb dieses Mal der Mittlere frei, so dass man skrupellos beide Armlehnen für sich beanspruchen kann. Kurz nach dem Start kam dann auch schon die Frage nach einem Arzt. Dieses Mal bekam eine junge Frau einen Kreislaufkolaps. Später sah man sie im Flugzeug mit einer Infusion herumlaufen. Etihad spart nicht. Jeder hat einen Monitor vor sich mit USB-Anschluss, Steckdose, Amenitykit, usw.. Von Abu Dhabi aus ging der letzte Flug. Diese Mal wäre ich am Fenster gesessen, aber in meiner urspünglichen Reihe war ein älteres Ehepaar. Der Mann hatte Epilepsie, so dass die Stewardess mir anbot, mich auf einen einzelnen Platz eine Reihe weiter vorne zu setzen, so dass ich wieder einen ruhigen Platz hatte. Erfreulicherweise wieder mit freiem Mittelsitz. Es lief alles wie am Schnürchen. Pünktlich kam ich in Stuttgart an. So schnell kommt man wieder in seinem gewohnten Umfeld an. Ich versuchte den ganzen Tag wach zu bleiben, um daraufhin müde ins Bett zu fallen und durchzuschlafen. Ein Überlebensschläfchen von drei Stunden konnte ich dann allerdings doch nicht vermeiden. An dieser Stelle darf ich Dir vielmals danken, dass Du mich lesenderweise auf meiner Reise begleitet hast! Die nächste Reise kommt bestimmt.

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