Donnerstag, 17. August 2017

Der tanzende Keks

Nach einem mustergültigen Ablegemanöver bei Flaute motorten wir weiter durch die Kornaten. Wegen der Übernachtung in der ACI Marina bekommt man ein Tagesticket für den Nationalpark gratis, so dass wir kurzerhand beschlossen, noch einen Tag hier zu verbringen. Mittlerweile haben wir den Takt des Seglerdaseins verinnerlicht und suchen nun früher nach Anker- oder Bojenplätzen. Mit dem Ticket, so sagte uns eine Rangerin, sollen wir uns bloß nicht von den Wirten erzählen lassen, was man darf und nicht. In en Kornaten gibt es keine privaten Bojen. Wenn eine frei ist, so darf diese belegt werden. Später wurde das noch relevant. Nach dem Ablegen steuerten wir die Insel Lazar an. Eher zufällig, weil ein konkretes Ziel nicht ausgerufen wurde. Anbei ein exemplarisches Bild, wie es hier meistens aussieht. Zakan wurde es wohl, weil dort bereits um 12 Uhr viele weitere Boote ankerten. Dort ist auch ein „großes“ und teures Restaurant. Mit einer wasserdichten Tasche schwammen die anderen an Land und erklommen die Inselanhöhe, um das ankernde Boot zu fotografieren und die Preisliste des Restaurants anzusehen. Es war wirklich teuer! Ich blieb an Bord, weil ich dem Ankerhaltevermögen nicht recht traute und frisch geduscht nicht gleich wieder ins Salzwasser wollte. Gegen halb zwei legten wir ab und fuhren einmal um die halbe Insel herum. Siehe da, es gab noch Bojen. Kaum hatten wir festgemacht, fuhr das Boot der lokalen Wirtschaft los und fragte, wie viel Besatzung wir hätten und ob wir zum Mittag- oder Abendessen gekommen waren. Ich sagte, dass wir zum Übernachten auf dem Boot gekommen waren und das es hier noch Nationalpark sei, wo wir überall liegen dürfen. Nach ein bisschen hin und her akzeptierte er das. Anfangs lagen wir direkt an der Boje vor dem Lokal. Später kam ein anderer mit dem gleichen Boot angefahren und bat uns, eine Boje weiter draußen zu belegen, weil er einen großen Katamaran mit Gästen erwartet. Der kam zwar nicht, aber seine potenziellen Schickeria-Gäste hatten damit einen attraktiveren Liegeplatz. Einen Vorteil brachte das Umliegen jedoch; wir haben wieder Internet. Das frühe Ankommen waren wir gar nicht gewohnt. Also was tun? Abhängen! Vor drei Jahren kaufte ich mir eine Hängematte. Damals kam sie wegen des Wetters nicht zum Einsatz. Jetzt war es soweit. Wir vertrieben uns die Zeit mit Musik hören, baden und Fische unter Wasser filmen. Das brachte mich auf die Idee, die Fische anzufüttern. Gesagt, getan! Es war nicht zu fassen, wie viele Fische auf einmal zu sehen waren. Anfangs warf ich Krümel. Später dann einen ganzen Keks, welcher von den aus dem Wasser springenden Fischen zum Tanzen gebracht wurde, bis er gegessen war. Eingesetzt wurden Leibniz Butterkekse mit wenig Zucker und Prinzenrolle.

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