Sonntag, 23. April 2023

Wiener Neustadt - Teil 2

Am zweiten Tag regnete es natürlich weiter. Das sei eher ungewöhnlich bestätigte man uns. Unser Tagesziel war die Stadt Sopron, auf deutsch Ödenburg, wo eine Verwandte als Kind wohnte. Als Mitglied im Schengenraum war die Einreise nach Ungarn einfach. Zwei Kilometer vom Stadtrand entfernt sieht man bereits die Bettenburgen aus der Sowjetzeit. Wenn man diesen Ring durchfährt, nähert man sich dem Altstadtkern, der wirklich sehenswert ist und dank EU-Mitteln hervorragend gepflastert ist. Wir schauten uns das Wahrzeichen der Stadt an, den Feuerturm, das Gambrinus-Haus und später noch das Bergbaumuseum im Esterhazy-Haus. Bei einem Regentag war das Ganze jedoch eine Notwendigkeit. Die Bergbaumodelle für Pumpen, Zerkleinerer, etc. waren sehr anschaulich und interessant. Später nach dem Mittagessen fuhren wir zurück zum Hotel für eine kurze Pause. Doch davor mussten wir die Autos frei kaufen. Genauer gesagt mussten wir unsere Parktickets in Forint bezahlen. Im Restaurant war das mit der Kreditkarte kein Problem. Doch der Parkscheinautomat wollte Bargeld. Also zurück in die Sparkassenfiliale der Altstadt und dann bezahlen. Doch weit gefehlt. Der Automat nahm maximal 2000-er Scheine. Das Kleinste, das unser EC-Automat ausgab waren 20000. Also wieder raus. In der Nähe trafen wir Österreicher, die uns sagten, wo man tauschen kann. Endlich waren wir frei.
Abends hatten wir in Grinzing in einem Heurigen im Beethovenhaus reserviert. Meinem Onkel kam es sehr darauf an, dass er Wiener Lieder hören konnte und auch seine Enkel das kennenlernen. Die Stimmung war aufgrund des starken Regens auf der Anfahrt schlecht. Sie wurde auch nicht besser als wir dort waren, weil zunächst war dort die Musik von der CD gespielt worden. Tatsächlich kam nach ca. einer halben Stunde ein Musikant, sehr dick, echter Wiener mit seiner Ziehharmonika. Es war unglaublich, zu beobachten wie sich die Stimmung aufhellte. Die ältere Generation summte mit und manche mussten doch sehr weinen aufgrund der Erinnerungen, welche mit diesen Liedern verbunden wurden. Nach rund 50 Minuten mit Liedwünschen, etc. zog er in einen anderen Saal. Später kam er wieder und gab nochmal 20 Minuten Zugabe. Auch das Essen war wienerisch, herzhaft, lecker. Zum Abschluss noch ein Palatschinken und dann fuhren wir zurück ins Hotel. Natürlich wieder bei unnachgiebigen Regengüssen. Den dritten Tag starteten wir mit einem gemütlichen Frühstück. Es reiste eine vierköpfige Familie ab. Sie fuhren wieder mit dem Zug zurück. Davor verabschiedeten wir uns. Es war der letzte Tag vor der Abfahrt. Ursprünglich war geplant, diesen Tag vollständig in Wien zu verbringen. Aber nach wie vor regnete es. Wir teilten uns auf. Zwei von den verbliebenen fünf brachten die vier zum Bahnhof und wir anderen drei fuhren ins Einkaufszentrum am Stadtrand. Wie durch Zufall trafen wir zwei von den Österreichern. Wir plauderten ein wenig. Anschließend kauften wir ein. Unter anderem Wasser für die Fahrt und Blumen für zwei Österreicher, die uns beim Frühstück trafen, um uns zu verabschieden. Tatsächlich waren es dann doch vier. Am Nachmittag besprachen wir fünf uns, wo wir Abends essen gehen wollen und was wir am Nachmittag machen sollen. Im Ergebnis hatte bei dem Regen niemand Lust auf lange Autofahrten zu irgendeinem Restaurant, weshalb wir im Hotel Abend aßen. Den Tag verbrachten wir bei nur leichter Bewölkung in Baden bei Wien. Eine sehr schöne Kurstadt, in der einer der Österreicher für 17 Jahre lang Dirigent am Theater war. Wir erkundeten den Stadtpark, die Römertherme und den Rathausplatz.
Am Abend war ich noch im Fitnessstudio des Hotels. Schließlich will ich im Mai am Stuttgartlauf teilnehmen. Also stellte ich mich auf das Laufband und trainierte ein wenig. Die Rückfahrt verlief reibungslos. Ich probierte eine neue Strecke aus. Statt über Salzburg zu fahren oder oben rum über Regensburg und Passau fuhren wir ca. 50 Kilometer über Land und dann auf der A96 direkt auf München zu. Diese Strecke ist offen und komplett neu. Zumindest kannte meine fünf Jahre alte Navikarte diese nicht. Eine echte Empfehlung an dieser Stelle.

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