Sonntag, 23. April 2023
Auf nach Bilbao - ein roadtrip
Der Montag begann entspannt. Ich war ganz herzlich zu einem Frühstück im Nachbarort abgeholt und später zum Bahnhof gebracht worden. Erst war der 11:49 Uhr Zug geplant. Aus der Erfahrung schaue ich häufig vorher, ob der Zug auch fährt. Und tatsächlich fiel er wegen einer plötzlichen Erkrankung des Personals aus. Also wählte ich den Zug um 11:34 Uhr, der sich später als Fatamorgana herausstellte. Ohne Ankündigung kam der Zug auch nicht. Das bedeutete über eine halbe Stunde Wartezeit. Glücklicherweise hatte ich eine charmante Begleitung am Bahnsteig. Dann ging es weiter nach Stuttgart. Mit der S6 wäre es weiter gegangen, wenn sie nicht wegen einer Signalstörung erst von Zuffenhausen gestartet wäre. Also mit der S4 dorthin und später in Zuffenhausen umsteigen. Am geplanten Bahnsteig der S6 angekommen hieß es plötzlich „S6 heute von Gleis 3“. Also rannten alle und ich sogar mit Gepäck dorthin. Ab in den Bus und ich war endlich bei roadsurfer in Korntal-Münchingen angekommen.
Die Übernahme ging sehr rasch. Als markenerfahrener Mieter fand ich mich schnell zu recht. Die erste Etappe ging an Freiburg vorbei. Ich machte Halt in Auggen. Dort ist das Pearl factory outlet. Ich wollte mal den zurück gesandten Technik Krimskrams anschauen. Tatsächlich kaufte ich dann ein rückgesandtes Seniorenhandy.
Die Abendetappe führte mich ein ganzes Stück nach Frankreich hinein. Ich war schon hinter Dijon als ich spürte, dass ich mich zur Ruhe betten sollte. Die Rücksitze klappen elektrisch um und die Luft wird aus den Sitzpolstern gesaugt. Dadurch entsteht eine angenehm große Liegefläche. Ein richtiges Bett ist dennoch gemütlicher. Irgendwann sah ich ein Hinweisschild auf einen öffentlichen Stellplatz der Gemeinde Écuisse. Topfeben stand der Camper dort kostenlos.
Die Versorgungsstation war defekt.
Handschriftlich stand darunter: seit drei Jahren kaputt – dynamische Gemeinde. Beim Fahren in Frankreich fielen mir zwei Dinge auf. Zum einen ist es hier deutlich weniger besiedelt. Zum anderen bar der Franzose an sich öffentliche Gebäude und Anlagen sichtlich opulenter als wir. Das gefällt mir z.B. wenn Brückenpfeiler, etc. geschwungen sind. Wenn wir mal Geld in die Eleganz stecken wie bei den Kelchstützen bei Stuttgart21 ist das gleich wieder zu teuer. Nach einer einigermaßen kühlen, aber ruhigen Nacht setzte ich die Fahrt fort nach Bordeaux. Dazwischen machte ich Halt im Naturschutzgebiet étang des Landes.
Ein See mit vielen Vogelarten, Schafen und Kühen drum herum. Gerade recht für die Mittagspause. Eigentlich wollte ich in die Therme in Vichy, aber ich habe noch keine ausreichend große Schmutzschicht angesetzt. Also kein Waschi, Waschi in Vichy.
Ich kam recht weit mit dem ersten Tank. An der Supermarkttankstelle des Auchan in Cognac füllte ich 68 Liter nach. Das hatte für 1080 Kilometer gereicht. Die Stadt Cognac, nach dem gleichnamigen Getränk bezeichnet oder andersrum, investiert in den Tourismus und „verkauft“ ihre Schönheiten sinnvoll: die Nähe zum Atlantik, der Fluss Charente und die vielen Destillerien.
Wieder bekam ich einen kostenlosen Camperstellplatz in Flussnähe.
Links von mir ein Belgier, rechts parkte ein Franzose. Glück, dass der dritte Platz noch frei war. Weil ich bis kurz vor acht an einer Videokonferenz teilnahm, die ich auf dem Supermarktparkplatz wahrnahm.
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