Mittwoch, 30. September 2020
Wandertag
Gut 20 Kilometer sind wir heute gelaufen. Es ging durch den Jasmund Nationalpark. Im Prinzip ein Höhenweg, der oberhalb der Kreidefelsen vorbeiführt. Zwischendrin gibt es auch ein paar Abstiegsmögllichkeiten zum Strand. Die große Runde, welche am Viktoriablick vorbeiführt und eine Rastmöglichkeit im Unesco Welterbezentrum bietet ist 16 Kilometer lang. Wie die anderen vier entstanden erkläre ich gleich.
Die Kreidefelsen sind nicht ungefährlich. Wenn man zu nah an der Kante steht oder unten am Strand und es löst sich ein Kreidebrocken, kann das schlimme Folgen haben. Der Parkranger meinte, dass auch hier die Unvernunft der Leute dazu führt, dass zwei bis drei Mal die Woche die Höhenrettung gerufen wird und er an manchen Tagen mit einem Verwarnblock unterwegs ist. Mit der Wahl dieser Urlaubswoche (nirgends in Deutschland sind Ferien) erhofften wir uns wenig Betrieb. Allerdings ist noch immer genug los. Zahllose Camper sind unterwegs, Gassigeher und Senioren. Lediglich Familien mit schulpflichtigen Kindern fehlen.
Mittagsrast war dann im sog. Welterbezentrum. Ich trank ein alkoholfreies Störtebeker Weizen. Wenig später kam eine junge Frau raus und hatte zur Flasche noch ein Glas dabei. Ich sagte leise, aber für sie wohl hörbar: Wieso hat die jetzt ein Glas dazu bekommen? Darauf antwortete sie: Die Gläser stehen direkt neben dem Kühlschrank. So lernt man dazu. Es hat auch ohne Glas geschmeckt. Störtebeker soll die dialektische Kurzform für „Stürz den Becher“ sein. Der Rückweg ist weniger spektakulär. Dennoch ist es eine Waldwanderung durch einen schönen Buchenwald.
Nach der Wanderung fuhren wir nochmal nach Mukran um ein Bild vom Rohrlegerschiff zu machen. Wir konnten Beladetätigkeiten feststellen. Ich vermute, es wird nun weitergebaut.
Das eigentliche Ziel und der Grund für die vier weiteren Kilometer sind der Besuch des Baumwipfelpfades. Der ist wirklich toll und auch oder insbesondere für junge Familien ohne Höhenangst eine absolute Empfehlung. Der Blick vom sog. Adlerhorst rund herum auf die Insel ist spitzenmäßig.
Die Holzwege zum Aussichtsturm und zurück sind mit verschiedenen Stationen für Geschicklichkeit und Naturkunde ausgestattet.
Abends kehrten wir wieder in einem Lokal in Binz ein. Beim Zahlen mit der Kreditkarte fragte der Kellner, ob es noch Flugmeilen für die Zahlung mit der Karte gebe. Das bejahte ich. Er konterte, dass diese zurzeit ohnehin nutzlos sind, weil alle Flieger am Boden blieben. Wie wahr, wie wahr. Ohne Pandemie handelte dieser Bericht womöglich über eine Fernreise.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen