Dienstag, 29. September 2020

Hiddensee

Die Wettervorhersage zeigte, dass heute der beste Tag der Woche sein würde, weshalb wir uns für den Tagesausflug nach Hiddensee entschieden. Das ist eine kleine Insel neben der großen Insel Rügen. Rügen ist gesäumt von Alleen, auf welchem einem Busse begegnen. Wenn man das nicht gewohnt ist, fährt man ungleich langsamer als sonst, weil es eng wird. Zusätzlich erschweren wenige Streckenabschnitte mit Kopfsteinpflaster das Fahren. Das Auto lärmt und rüttelt alles durch. In Schaprode ist der Hafen zum Übersetzen nach Hiddensee. Wir kauften Tickets mit festen Abfahrtzeiten – an und für sich auch festen Abfahrtsorten. Bei genauerem Betrachten der Tickets stellten wir fest, dass der erste Zielort auf Hiddensee falsch war. Also Kommando zurück und schnell nochmal die Tickets getauscht. Die Insel ist wie gemacht für Tagestouristen. Ganz das Gegenteil dessen, was sich der wohl berühmteste Bewohner der Insel, Gerhard Hauptmann, wünschte. Das Haus, in dem der Literaturnobelpreisträge wohnte, gibt es noch.
Wir mieteten uns Fahrräder – sechs Euro für ein Rad am Tag. Wenn man vom Hafen über den Damm läuft, kommt ein weiterer Vermieter. Der will nur fünf Euro. Naja, aber mit dem einen Euro mehr haben wir den Vermieter, die lokale Fischereigenossenschaft, in schwieriger Zeit unterstützt. Die Fahrräder bei egal welchem Vermieter sind echten Mühlen. Dreigang Nabenschaltung. Mehr braucht es auf der Insel nicht. Es ist weitestgehend flach. Nur der Weg zum Leuchtturm Dornbusch ist steil. Da lässt man das Fahrrad sowieso unten am Sammelplatz stehen. Oben darf man nur noch zu Fuß unterwegs sein. Das scheinen jedoch einige e-Bikefahrer geflissentlich zu übersehen. E-Bikes gab es nur wenige zu mieten. Die meisten bringen es mit dem Schiff auf die Insel mit.
Auf der Rückfahrt fuhren wir nach Binz. Einem der Seebäder auf Rügen. Eine wunderschöne Stadt mit sehr eleganten weiß gestrichenen Holzfassaden. Wir liefen die Strandpromenade entlang und dann die Seebrücke vor. Auf der Seebrücke fielen uns viele Maskenträger auf, jedoch erst auf halbem Weg die Schilder, welche die Maskenpflicht anordneten. Also taten wir das auch. Ich weiß gar nicht zum wie vielten Mal heute – beim Bäcker, auf der Fähre, usw.. Hoffentlich ist die Corona in zehn Monaten beherrschbar.
Anstatt in ein Fischlokal ging es heute in einer Seitenstraße zum Mexikaner Salsa latino. Und was soll ich sagen wieder das klassische Phänomen: super Qualität allerdings zum gehobenen Preis. Der Rückweg sollte eigentlich durch den Nationalpark führen, tatsächlich fuhren wir durch Mukran. D.h. anstatt der Bäume sahen wir den Industriehafen mit drei Großschiffen, der Viking star, der Viking sun und der Akademik Cherskiy. Letzteres ist der Rohrleger, welcher die Nordstream II Rohre verlegt. Ungefragt muss ich sagen: nachdem die pipeline fast vollständig erstellt ist, muss sie fertig gestellt werden. Danach soll sie auf europäischer Seite zugeschweißt werden und wir sprechen mal mit Russland, was die Voraussetzungen sind, um mit Rechtsstaaten in Handelsbeziehungen einzutreten. Wahrscheinlich werden bis dahin die Verschwörungstheoretiker Agentenaustausche durch die Röhre, etc. in die Welt setzen. Unser Rechtsstaat hält allerdings Meinungen aller Art aus.

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