Dienstag, 30. Juli 2019

Endlich laufen wir aus

Mit großer Spannung warteten wir das Dienstagswetter ab und siehe da, die Sonne schien und der Wind blies mit konstanten zehn Knoten. Doch oweh, die See hatte sich vom Starkwind der letzten Tage nicht vollständig erholt. Wir hatten an und für sich kaum erwähnenswerte Wellen mit einer Höhe von einem Meter. Wie nah der Mensch der Natur steht, erkennt man daran, dass sich die Nervosität der Wellen auf das Naturell mancher Crewmitglieder übertrug. Wir waren noch nicht mal fünfhundert Meter aus dem Schutz des Hafens gefahren, da musste sich schon ein Crewmitglied übergeben. Das wiederholte sich leider einmal mittendrin und drei Kilometer vor der Einfahrt in den alten Hafen der Hauptstadt Elbas, Portoferraio. Zum Glück hatten wir einen fünften Mann, nämlich den Autopiloten. Der fällt höchst selten aus… Die Überfahrt dauerte länger als geplant. Nach ziemlich exakt sieben Stunden waren wir da. Voller Zweifel, ob wir einen Platz im Hafen ergattern würden. Aber das scheint in Italien völlig unproblematisch. Möglicherweise liegt das auch am Preis. Die Liegegebühr betrug knapp 100 Euro! Dafür liegen wir jetzt direkt an der Promenade und damit sind wir voll im Geschehen. Laute Musik (toller Alleinunterhalter und später eine Art Marchingband), Bars, Ristorante, Eisdiele, Markt – all das findet direkt vor „unserer Terrasse" statt. Auch an dieser Stelle wieder ein Hoch auf unsere Seemannschaft. Das Hafenmanöver war sensationell verlaufen. Kaum in den Hafen gefahren erhielten wir den Platz zugeteilt. Trotz des Unwohlseins, stand die Crew wie eine 1. Die Leinen waren vorbereitet, die Mooringhandschuhe angezogen. Beidseitig stand jemand zum Abhalten der Nachbarboote und der Marinero tat sein Übriges. Wir waren in einem Rutsch rückwärts angelegt. Danke und großes Lob! Und so erkundeten wir den „letzten“ Wohnort Napoleons. Ein wunderschönes Städtchen. Endlich mal typisch italienisch im positiven Sinne.

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