Donnerstag, 12. Mai 2016

Samstag und Sonntag in Wien

Am Samstag besuchte ich den Zentralfriedhof und die Gräber der großen Komponisten. Wer will, kann dort sein Mausoleum kaufen. Am Vortag empfohlen wenige, dass man zum Schwedenplatz solle, weil es dort gutes Eis gibt. Das mag stimmen, aber an sich ist der Schwedenplatz nicht wirklich hübsch, trotz des Donaukanals. Im Anschluss daran fuhr ich hinaus zum Schloss Schönbrunn. Ich wollte nur den Garten und die Gloriette ansehen. Nichtwissend, dass man dafür kein Ticket benötigt, stellte ich mich an die lange Kassenschlange an. Eine Aufseherin fragte, ob man ins Schloss will. Ich sagte ihr, dass ich den Garten anschauen und die Gloriette sehen will. Sie meinte, dass es dafür auch weiter vorne an einem Kiosk Tickets gebe. Da ich schon ca. zehn Minuten anstand, wollte ich meinen Platz nicht aufgeben. Als ich dann eine halbe Stunde später an der Kasse war, sagte man mir, dass ich gar kein Ticket brauche. Der Garten ist kostenlos. Super, das waren dann also 40 Minuten für die Katz. Doch der Garten und die Gloriette begeisterten mich trotzdem. Um 16 Uhr trafen sich wieder alle am Hotel. Abfahrt zum ersten Konzert. In einer relativ schmucklosen Kirche im Ort Klosterneuburg sangen wir ein gutes Programm. Die Gemeinde zeigte sich großzügig und stellte uns Getränke und Knabbereien zur Verfügung. Im Anschluss fuhren wir zum Stiftskeller. Der Service war überragend. Junge Menschen mit Humor und Verstand servierten im Rekordtempo (wir kamen dort etwas spät an). Die Qualität stimmt auch. Also sollte ich jemals wieder nach Wien kommen, gehe ich ganz bestimmt wieder dort essen. Am letzten Tag begleiteten wir den Gottesdienst in Klosterneuburg. Der Chor fuhr danach weiter nach Hause. Ich verabschiedete mich und machte mich auf den Weg zum Bahnhof. In Wien war Marathonlauf. Mit ein Grund, weshalb nach dem Umsteigen in die U4 kaum mehr Sitzplätze vorhanden waren. Beim Umsteigen kam ich an der Müllverbrennungsanlage vorbei. Wohl eine der kunstvollsten ihrer Art. Gestaltet von Friedensreich Hundertwasser. Am Karlsplatz war der Start. Leider musste ich schon vorher weiter zum Hauptbahnhof. Trotz der Verspätung des Zuges um 20 Minuten, freute ich mich auf die Reise, weil an der österreichisch-ungarischen Grenze ein deutlicher Autostau war. Der Zug war sehr voll und voll mit Geschichten. Nach der Grnezüberschreitung lief ein Deutscher zum Schaffner und erklärte ihm, dass sein Rucksack gestohlen wurde. An der nächsten Station stiegen dann zwei Polizisten ein, welche den Zug mit Schlagstock in der Hand durchsuchten. Ein Franzose mit ungültigem Ticket sorgte für Aufsehen, weil er mit einer Schaffnerin lauthals über die Gültigkeit seines Tickets stritt. Die maximale Eskalationsstufe war noch nicht erreicht, dennoch wiederholte die ungarische Schaffnerin auf englisch immer wieder: "You buy a ticket now or the next station is goodbye." Leider gab es am Muttertag weder am Hauptbahnhof in Wien Blumen noch in Budapest-Keleti. Da war es ohnehin zu spät, weil meine Gastgeberin bereits wartete. Wir begaben uns zum Auto und sie rief ihre Familie an. Übersetzt meinte sie: "Ich habe das Paket." Gemeint war ich...

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