Mein Chor machte zum 25-jährigen Bestehen eine Ausfahrt nach Wien. Die Fahrt dauerte sehr lange - zehn Stunden. Alle zwei Stunden ist eine Pause. Die erste war aus taktischen Gründen direkt hinter Ulm in Leipheim. Das Navi des Busfahrers trug sicher auch zur Gesamtdauer bei. Alle wunderten sich über die gewählte Route. Klaus und Klaus hatten alles im Griff. Gemeint sind Wolfgang und Wolfgang der Busfahrer und der Dirigent. Den Scherz mit dem Schlagerduo hatte mein Nebensitzer. Mit ihm und dem Pianisten bzw. Korrepetitor teilte ich das Zimmer.
In Wien bezogen wir das Hotel Donauwalzer. In der fünften Etage sponsorten lokale Firmen die Zimmer. Unser Sponsor war die Hutmanufaktur Mühlbauer, weshalb die Lampenschirme teilweise als Hut ausgeführt waren und ein paar Modelle als Dekoration von der Decke hingen. Leider war durch die Dachfenster der Verkehrslärm noch leicht wahrnehmbar. Ansonsten war das Hotel generalsaniert. Etwas nervig war, dass im Eingangsbereich und im Frühstücksraum der Donauwalzer von Strauss pausenlos gespielt wurde.
Am Abend der Ankunft kehrten wir in der Brauereigaststätte Salmbräu ein.

Es war alles bis auf den letzten Platz belegt. Wer ohne Reservierung kam, musste wie bei einer Disko in der Schlange auf Einlass warten. Die Qualität des Essens ist in Ordnung. Der Duft der Schweinshaxe, in Wien Surstelze genannt, war atemberaubend. Für uns vom Chor gab es Schnitzel.

Bereits bei der Ankunft hatten wir Kaiserwetter. Das hielt quasi die gesamte Reisedauer an. Am Freitag Vormittag kam eine echte Wienerin zu uns. Wir machten eine Stadtrundfahrt mit dem Bus. Neben vielen Sehenswürdigkeiten kamen wir an einem Wohngebäude der Innenstadt vorbei. Dazu sagte sie: "Achten Sie auf die Wohnung im dritten Stock und insbesondere auf die sieben gut geputzten Fensterscheiben. Dort wohne ich." Wenig später gingen wir zu Fuß durch die Stadt: Erste Station war das Schloss Belvedere. Davor stand ein Zelt. Scherzhaft sprach man mich darauf an, dass ich es gut gemacht hätte und extra ein Bierzelt für die Geburtstagsfeier arrangiert hätte. Tatsächlich heiratete am nächsten Tag eine indische "Prinzessin" darin.

Vom Rathaus über die Hofburg bis zum Stephansdom. Anschließend hatten wir Zeit zur freien Verfügung. Es ging zum Mittagessen in die Gaststätte Gutenberg. Zwar waren viele amerikanische Gäste da, aber das Essen war nicht besonders. Am nahegelegenen Stephansdom war Stefflkirtag. Es wird dabei die Wiedereröffnung nach der Zerstörung durch einen Brand gefeiert. Die restliche Zeit verbrachten wir flanierend durch die Altstadt. Später lief ich noch alleine zurück zur Hofburg und von dort zum Rathaus.

Abends traf sich der Chor zur gemeinsamen Abfahrt in die Heurigengaststätte "Hans Maly".

Dort war bereits eine Fußballmannschaft aus Heilbronn. Es gab zünftiges Essen. Eine Fleischplatte mit Kartoffeln und Sauerkraut. Anlässlich meines Ehrentages gab ich noch ein bisschen Wein aus. Das heizte scheinbar ganz gut ein. Zumindest schunkelten und lachten wir sehr zu den Klängen eines Ziehharmonikaspielers.
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