es hätte ein wenig sonniger und wärmer ausfallen dürfen. Zu Dritt übernahmen wir in Sipplichen ein Segelboot. Während ich mich noch in die Technik einweisen ließ und ein Kumpel das erste Gepäck einlud holte der Dritte im Bunde den Tagesgast, eine ehemalige Kollegin ab.

Bei warmen und recht sonnigem Wetter motorten wir an der Mainau vorbei nach Konstanz. Zwischendrin dümpelten wir auch einfach mal mitten im See. Als Mittagssnack gab es Saiten aus Welzfleisch. Eine geschmacklich interessante Mischung. Bei zunehmender Bewölkung machten wir am späten Nachmittag im Konstanzer DSMC Hafen fest. Die Kollegin kannte sich als Allensbacherin recht gut aus und führte uns ein bisschen durch die Stadt. Zugleich sprach sie noch Restaurantempfehlungen aus. Eine davon war ein türkisches Restaurant, welches allerdings weniger durch die hohe Qualität der Speisen als vielmehr durch die schiere Größe des Böreks überzeugte. Nach dem Besuch des Doms, aber noch vor dem Essen verabschiedeten wir uns vom Tagesgast. Mit vollen Bäuchen solperten wir bei beginnendem Regen zurück aufs Boot. Die Starkwindwarnung war bereits eingeschaltet. D.h. durch den kurz darauf einsetzenden Wind war die Akustik an Bord entsprechend belebt. Das Boot hieß Capella.

Entsprechend machte es auch Geräusche wie eine Kapelle. Mall summend, mal heulend. Der Gegen hielt bis in den morgen an. Die Wettervorhersage sprach von null Sonnenstunden am 1. Mai. Im Gegensatz dazu waren die 8,3 Sonnenstunden am Sonntag herrlich. Also was hilft? Ausschlafen und gut frühstücken. Es war merklich kälter geworden - keine zehn Grad mehr. Das Frühstück nahmen wir beim hafennahen Bäcker Schneckenburger ein. Der ist Sonntag morgens belebt wie samstags der Wochenmarkt, aber hier stimmt eben die Qualität. Seglerisch stimmte bei uns auch die Qualität.

Der Wind stimmte sich auf relativ konstante 15 Knoten, ca. 28 km/h ein. Ein Träumchen! Wir zogen uns alle mehrlagig und wassergeschützt an und machten uns auf den Rückweg. Es ging sprichwörtlich wie der Wind. Dabei waren die Wellen fast vernachlässigbar. Getreu dem Spruch, dass Bodenseesegler bei 2 Beaufort Wind jammern, dass nichts los ist und ab drei Beaufort wieder in den Hafen zurück kehren, hatten wir den See fast für uns. In dieser verträumten Sportlichkeit segelten wir mal eben an Wallhausen vorbei. Vor Abgabe muss dort getankt werden. Ich merkte das erst als wir quasi vor der Hafeneinfahrt von Sipplingen standen. Also schnell eine Kehrtwende gemacht und nochmal etwas segeln. Ganze 3,2 Liter Diesel haben wir trotz der eingeschalteten Heizung in der Nacht verbraucht. Gar nicht schlecht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen